Depression und Angst bei Parkinson

Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten, aber am seltensten erkannten Begleiterscheinungen von Parkinson. Bis zu 40 Prozent der Betroffenen sind im Laufe der Erkrankung davon betroffen – oft, ohne dass es als Symptom erkannt wird.

Mehr als „schlechte Laune“

Eine gedrückte Stimmung gehört bei Parkinson so häufig dazu, dass Fachleute sie inzwischen als eigenes, direktes Symptom der Erkrankung betrachten – und nicht nur als verständliche Reaktion auf die Diagnose. Hält eine niedergeschlagene Stimmung über mehrere Wochen an, spricht man von einer Depression.

Besonders bemerkenswert: Bei manchen Menschen treten depressive Symptome schon Jahre vor den ersten motorischen Anzeichen auf. Eine Depression kann also ein frühes Warnsignal sein – muss es aber nicht.

Wie sich Depression bei Parkinson zeigt

  • Anhaltende Traurigkeit oder innere Leere über mehrere Wochen
  • Verlust von Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben
  • Schlafstörungen oder verändertes Essverhalten
  • Grübeln, Selbstzweifel, Gefühl der Wertlosigkeit
  • Deutlich verringerte Entschlusskraft

Diese Anzeichen lassen sich manchmal nur schwer von den Bewegungssymptomen der Krankheit selbst unterscheiden, etwa von einer allgemeinen Verlangsamung. Genau deshalb ist die ärztliche Einschätzung so wichtig.

Angst als ständiger Begleiter

Auch Angststörungen sind bei Parkinson deutlich häufiger als in der übrigen Bevölkerung. Sie zeigen sich als andauernde Anspannung, als Panikattacken oder als soziale Ängste – etwa die Sorge, in der Öffentlichkeit durch Zittern oder Bewegungsblockaden aufzufallen.

Besonders auffällig: Angst tritt häufig verstärkt in sogenannten „Off-Phasen“ auf, also dann, wenn die Wirkung der Parkinson-Medikamente nachlässt. Das ist ein wichtiger Hinweis für die Ärztin oder den Arzt bei der Anpassung der Therapie.

Gut zu wissen: Depression und Angst bei Parkinson sind gut behandelbar – mit Medikamenten, Psychotherapie oder einer Kombination aus beidem. Niemand muss das „einfach aushalten“. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt ist der erste Schritt.

Was Betroffenen und Angehörigen helfen kann

  1. Offen ansprechen: Stimmung, Schlaf und Ängste aktiv beim Arztbesuch thematisieren, statt sie herunterzuspielen.
  2. Zusammenhang mit Medikamenten beachten: Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Muster im Zusammenhang mit der Medikamentenwirkung zu erkennen.
  3. Feste Tagesstruktur: Regelmäßige Abläufe und ausreichend Tageslicht wirken stabilisierend auf die Stimmung.
  4. Professionelle Unterstützung nutzen: Psychotherapie, Selbsthilfegruppen oder eine neuropsychologische Begleitung entlasten spürbar.

Stimmungstagebuch als Vorlage

Kostenlose PDF-Vorlage, um Stimmung, Schlaf und Medikamenteneinnahme einfach zu dokumentieren.

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